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Der Tiroler Pferdesportverband trauert um Hans Schwemberger

28. Oktober 1948 – 2. Juni 2020

Träger des goldenen Ehrenzeichens des Tiroler Pferdesportverbandes

Ich kannte Hans Schwemberger seit meiner Kindheit, da wir ja Nachbarn waren. Soviel ich mich erinnern kann, war Hans Schwemberger nie ein aktiver Turnierreiter, aber er war ein Manager und vor allem war er ein Pferdemann und Familienmensch – er war fair, allseits beliebt und geschätzt, respektvoll und hatte Handschlagqualität. Er war rundum ein feiner Mensch, den man gerne um sich hatte. Hans Schwemberger machte den Stall Weererwirt zu einem der bekanntesten Ausbildungs- und Turnierställe Österreichs; und der Stall Weererwirt wurde zu einer wesentlichen Säule des Tiroler Pferdesports.

Der Gasthof und der Stall Weererwirt haben eine mehr als 600 Jahre lange Geschichte. Der Weererwirt diente früher auch als Pferdewechselstation für Fuhrleute und Kuriere.
Die Familie Hans Schwemberger hatte daher schon immer einen Bezug zu Pferden. Sein Vater Max Schwemberger arbeitete nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg in der elterlichen Gast- und Landwirtschaft mit und begann mit Pferden die Holzbringung aus den Hochwäldern der Berge.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den Sechzigerjahren erkannte er die Chance im Fremdenverkehr und erweiterte sein Gasthaus zu einem Hotel.
Seine alte Liebe zu den Pferden kam nach Erreichen der wirtschaftlichen Stabilität des Hotelbetriebes wieder zum Vorschein. Er kaufte zwei Shagya-Araber Zuchtstuten aus Ungarn und aus den anfänglichen Kutschen- und Schlittenfahrten wurde eine Reitschule als staatlich anerkannter Ausbildungsbetrieb.
Der Sport- und Ausbildungsstall Weererwirt wurde unter der Leitung seines Schwagers Erwin Berger, der selbst international erfolgreicher Springreiter war, zu einer wahren Kaderschmiede für den talentierten Tiroler Reiternachwuchs.
Für Hans war es eine große Freude, dass seine Nichten Janine und Marie und sein Neffe Andreas die Liebe und die Leidenschaft zu den Pferden teilten und mit großem Erfolg besonders dem Springsport verbunden sind. Besonders glücklich war er, dass auch seine Frau Angelika mit Begeisterung und Erfolg im Fahrsport tätig ist und ihm bei der Turnierorganisation immer eine große Stütze war.
Neben den SpringreiterInnen, die national und international erfolgreich waren, war es vor allem die Voltigiergruppe RC Karwendel im Stall Weererwirt, die in ihrem Sport weltweit für Begeisterung sorgte. Die „gelben Teufel“ vom Weererwirt waren bei allen Turnieren gern gesehene Gäste, aber auch harte Konkurrenten. Ihre Turniere führten sie in viele Städte Europas und sogar nach San Francisco. Höhepunkt der von Herta Hilden trainierten Voltigierer war der Vizeeuropameistertitel von Sabine Bistan.

Hans Schwemberger war auch ein begnadeter Turnierveranstalter. Es gelang ihm, die gesamte Tiroler Pferdesportszene und auch das gesamte Dorf in Weer miteinzubinden. Der Festumzug durch das Dorf in Weer und das Schauprogramm am Turnierplatz waren Ereignisse, auf die man sich sehr gefreut hat. Und so wurde das Turnier in Weer weit über die Grenzen Österreichs hinaus zu einer bekannten und beliebten Veranstaltung im Reitsportkalender.
Die Weerer Reitturniere erfuhren eine enorme Aufwertung durch international erfolgreiche Reitgrößen wie Thomas Frühmann, Julia Kayser, die österreichischen Nationenpreisreiter und Olympiateilnehmer Anton Martin Bauer und Gerfried Puck, den Schweizer WM- und Olympiateilnehmer Markus Fuchs, den Schweizer WM-Kaderreiter Paul Freimüller, Valerio Sozzi aus Italien und Joe Turi aus Ungarn.
Auch die Fahrturniere lockten alljährlich hochkarätige Teilnehmer an. Dazu gehörten Isidor Weber, mehrfacher Landesmeister und österreichischer Meister, sowie Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften, der das Fahren beim Weererwirt begonnen und initiiert hat, Michael Freund, zweimaliger Weltmeister im Vierspänner und Georg Moser, Weltmeister bei den Zweispännern.
All diese großartigen Erfolge und die wunderschönen Turniere wären ohne Hans Schwemberger nicht möglich gewesen. Dafür haben wir Hans 2015 mit der höchsten Auszeichnung, die der Tiroler Pferdesportverband vergeben kann, dem Goldenen Ehrenzeichen des Tiroler Pferdesportverbandes, geehrt.
Hans war ein Pferdemann, der es verstand andere Mitmenschen zu begeistern und große Teile der Bevölkerung miteinzubeziehen. Er wird dem Tiroler Pferdesportverband und allen Pferdefreunden fehlen.

Mag. Klaus Haim

Präsident des Tiroler Pferdesportverbands